Allgemeines

Sonntag, 06 Mai 2018 14:27 geschrieben von Barbara Löwel

Löschzugübung mit CSA

Am Samstag, den 05.05.2018, hielten wir gemeinsam mit den Feuerwehren Bindlach, Goldkronach und Nemmersdorf eine Übung ab.

Nach einer kurzen Vorbesprechung rückten wir gemeinsam zur Bad Bernecker Kläranlage aus. Wie auch bei einem realen Einsatz war uns zu Beginn nur ein kurzes Einsatzstichwort bekannt. Somit war anfangs noch nicht ganz klar, was uns genau erwarten würde.

Nachdem wir die Zufahrtstraße zur Kläranlage abgesperrt hatten, rückte der erste Atemschutztrupp zur Erkundung der Lage vor. Am Unfallort fand der Trupp eine bewusstlose Person vor, die bei Verladearbeiten unter einem vollen IBC-Container eingeklemmt wurde. Aus dem beschädigten Container trat eine zunächst unbekannte Flüssigkeit in einen naheliegenden Kanal. Anhand von Beschriftungen und Gefahrenzeichen auf dem Container konnte der Stoff als Aluminiumchlorid identifiziert werden. Nach Überprüfung der Gefahrstoff-Nummer durch die Einsatzleitung wurde festgestellt, dass der austretende Stoff ätzend war und sowohl giftige, als auch entzündliche Dämpfe entwickelte, er musste also im weiteren Vorgehen mit besonderer Vorsicht behandelt werden.

Da eine Rettung der Person ohne eine Gefahr der Kontamination für den Angriffstrupp möglich war, forderte der Trupp ein Hebekissen und Unterbaumaterial an. Ein zweiter Trupp brachte unter Atemschutz die angeforderten Materialien an den Einsatzort. Daraufhin konnte der Angriffstrupp mit den Hebekissen den etwa eine Tonne schweren Container anheben und mit Kanthölzern unterbauen. Kurze Zeit später konnte die Person bereits unter dem Container hervorgezogen und aus dem Gefahrenbereich entfernt werden. Da der Angriffstrupp mittlerweile seinen Atemluftvorrat aufgebraucht hatte, wurde die Person von dem zweiten Atemschutztrupp mit einer Trage abtransportiert. Obwohl davon ausgegangen werden konnte, dass die Atemschutztrupps und die gerettete Person nicht mit dem Gefahrstoff in Berührung kamen, wurden sie dennoch vorsorglich dekontaminiert. 

Während der Rettung der Person rüsteten sich bereits weitere Trupps mit Chemieschutzanzügen (CSA) aus und rückten anschließend zur Unfallstelle vor, um den Kanal in der Nähe des Containers mit Kanaldichtkissen vor der austretenden Flüssigkeit zu schützen. Abschließend konnte der Restinhalt des beschädigten Containers mit einer Handmembranpumpe in Stahlfässer umgepumpt werden. Die Person konnte gerettet und ein weiteres Auslaufen des Stoffes verhindert werden.

Nach einer gemeinsamen Übungsbesprechung kehrten wir zum Feuerwehrhaus zurück. Die Aufräumarbeiten zogen sich noch einige Stunden hin - es mussten unter anderem die Atemschutzgeräte wieder einsatzbereit gemacht werden und die Übungs-CSA, eine Leihgabe der FF Speichersdorf, gereinigt und zum trocknen aufgehängt werden. 

Letzte Änderung am Sonntag, 06 Mai 2018 23:35
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