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Einsatznummer: 48-117
Einsatzart: THL
Alarmierungsart: Stille Alarmierung (Funkwecker)
Datum: Sonntag, 28.05.2006
Alarmeingang: 3:30 Uhr
Einsatzdauer: 13 Stunden
Anzahl der Feuerwehrleute: ca. 300
Eingesetzte Feuerwehren: Bad Berneck, Benk, Wasserknoden, Fichtelberg, Weidenberg, Bronn-Troschenreuth, Bindlach, Speichersdorf, Donndorf/Eckersdorf, Warmensteinach/ Oberwarmensteinach, Hummeltal/Gesees, Deps, Untersteinach, Döhlau, Sickenreuth, Haag, UG ÖEL, Creußen, Nemmerdorf/Goldkronach, Gefrees, THW Pegnitz
Beschreibung:

Heftige Regenfälle in der Nacht von Samstag auf Sonntag haben in der Kurstadt binnen weniger Stunden ein Szenario angerichtet, das spontan an die Flutkatastrophe in Sachsen im Jahr 2002 erinnerte. Sachschäden von rund fünf Millionen Euro, so lautete eine erste vorsichtige Schadensdiagnose von Erstem Bürgermeister Bernd Albert am Montagmorgen. Insgesamt waren rund 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und BRK zum Großeinsatz nach Bad Berneck beordert worden, wo sie sich zusammen mit hunderten von Bürgern den Fluten entgegenstemmten.

Eine Stadt im Ausnahmezustand!
Insbesondere die Gewerbe- und Handwerksbetriebe an der Kulmbacher und an der Westendstraße hatte es besonders schlimm erwischt. Angefangen bei der Firma Popp und Co. über die Gärtnerei Heimlich, die Suprima-Herzlieb GmbH, das Autohaus Michel, die Firma Hartung bis hinunter zur Schreinerei Schnabel. Es gab keinen Betrieb, in dem nicht Lager-, Produktions- und Werkstatträume geflutet waren, Maschinen und Waren unter Wasser standen. Beim Autohaus Michel wurden neben der kompletten Flutung der Ausstellungsräume und der Werkstatt fast 20 Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen, der Schaden alleine hier: rund eine Dreiviertelmillion Euro. Bei der Gärtnerei Heimlich stand der komplette Gemüsegarten unter Wasser. Bis zu den GEWOG-Häusern an der Carl-Thiesen-Straße bahnte sich das Wasser seinen Weg.
„Die Anzahl der Schäden ist so groß, dass wir nur ganz pauschal schätzen können“, sagte Erster Bürgermeister Bernd Albert. „Außerdem wissen wir nicht, was noch alles kommt“. Deshalb könne sich die Schadensbilanz von fünf Millionen Euro noch verschieben, wahrscheinlich nach oben. Den Sachschaden alleine an rein städtischen Gebäuden, Einrichtungen, an Straßen und Wegen bezifferte Bernd Albert auf „500000 bis eine Million Euro“. So sei beispielsweise „der Bauhof komplett abgesoffen“ oder der Heinersreuther Weg „wieder arg in Mitleidenschaft gezogen worden“. Als ein kleines Wunder bezeichnete das Stadtoberhaupt die Tatsache, dass Schule und Dreifachturnhalle komplett verschont geblieben waren. Nicht verschont wird hingegen wohl die Stadtkasse. Selbst wenn die erhofften „mehreren hunderttausend Euro an Bedarfszuweisungen“ seitens des Kreises und des Landes kommen, so wird ein hoher Eigenanteil der Stadt unumgänglich sein. Das Hochwasser in den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach war auch Thema einer Ministerratssitzung in München.
Begonnen hatte die Welle der Einsätze um 3.30 Uhr im Sägewerk Wirth in Hohenknoden. Hier hatte sich der sonst so beschauliche Knodenbach zum reißenden Fluss „gemausert“. Doch auch Röhrenhof, Goldmühl und Frankenhammer hatte es zu diesem Zeitpunkt schon voll getroffen. Die ersten Keller waren voll gelaufen, Straßen und Wege überschwemmt worden.  

Fotos und Bericht: WUM (Bad Bernecker Stadtanzeiger)

 

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